Die Geschichte des Hauses

Mein Ur-Urgroßvater Hermann Heinrich Bakenecker war von Beruf Weber. Er eröffnete - laut Gewerbeanmeldung beim Amt Gronau - am 4. Januar 1878 in Epe, Dorf 126 (heute Haus Lepping an der Steinfurter Straße), einen "Alkoholladen mit Kolonialwaren" und wurde so zum "Kleinhändler". Verheiratet war er mit Magaretha Wermes. Das Ehepaar hatte vier Kinder. Um sein Einzelhandelsgeschäft zu vergrößern, tauschte Hermann Heinrich Bakenecker am 15. November 1878 seinen Besitz mit dem der Familie Riesenbeck-Lepping, Dorf 134 (heute Ecke Steinfurter Straße / Hindenburgring).

Das war im Nachhinein eine weise Entscheidung, denn durch den Bau der Textilfirmen "Gebr. Laurenz" 1880 und "Germania" 1897 blühte Epe auf und die Nachfrage nach Dingen des täglichen Bedarfs wurde immer größer.

Sein ältester Sohn Bernard Bakenecker gliederte dem Unternehmen eine Bäckerei und Gaststätte an. Der erste Backofen war ein so genannter "Königswinterofen", Schwarzbrot und Beschüten (Zwieback) waren die Haupterzeugnisse. Bernard Bakenecker war verheiratet mit Luise Hoffkamp, aus dieser Ehe gingen zwölf Kinder hervor. 1905 wurde Bernard Bakenecker Witwer . Er heiratete 1907 Maria Elisabeth Möllers, die ein Jahr darauf die Tochter Grete gebar.

Das Unternehmen wuchs stetig, auch die Landwirtschaft wurde noch betrieben. Im Jahre 1930 übernahm dann mein Großvater, Bäckermeister und Gastwirt, den heutigen Besitz. Er heiratete 1931 Maria Engels. Die beiden hatten fünf Kinder. Er war es, der die Bäckerei weiter ausbaute und mit modernen Maschinen, vor allem mit dem ersten Dampfbackofen, ausrüstete. Das Sortiment wurde dadurch wesentlich vergrößert. Brot und Backwaren wurden zudem bis 1968 mit Pferd und Wagen ausgefahren.

Die jüngste Schwester von Bernard war allgemein unter dem Namen "Tante Grete" bekannt. Sie war bis 1972 immer rege in Bäckerei und Gastwirtschaft tätig. Immer war sie zur Stelle, wenn bei besonderen Anlässen Hilfe benötigt wurde - und ihre Hilfe wurde oft benötigt. Nach dem Tode von Bernard Bakenecker im Jahre 1957 übernahm mein Vater Bernard, ebenfalls Bäckermeister und Gastwirt, den Betrieb. Das Lebensmittelgeschäft wurde 1958 auf Selbstbedienung umgestellt und der Saal vergrößert.

1959 heiratete Bernard Bakenecker Anni Meyer, aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Marie-Luise, Hildegard, Bernard und Annegret. Unsere erste Kegelbahn erhielten wir 1964. Auch die Bäckerei wurde weiter modernisiert. Sie erhielt zwei modernen Umwälzöfen (Zyklotherm) und neuen Maschinen. Nach dem Zukauf des Nachbaranwesens Steinfurter Straße 4, wurde 1974 die zweite Kegelbahn errichtet und der Saal erhielt seine jetzige Größe. Im Jahre 1976 wurde die Bäckerei erneut einer Modernisierung unterzogen und die Back- und Frischwarenabteilung vergrößert. Die Gaststätte renovierten wir 1977 von Grund auf.Mit vielen Gästen feierten wir 1978 das 100-jährige Bestehen unseres Familienunternehmens. Meine Großmutter Maria Bakenecker verstarb 1980. Unsere Bäckerei verpachteten wir 1991 an den Bäckermeister Hubert Klöpper.

Nach reiflicher Überlegung kamen wir 1992 zu dem Entschluss, den Saal komplett umzubauen und zu modernisieren. Im Anschluss daran, erhielt auch die Gaststube ein grundlegend neues Gesicht. In ihm spiegelt sich die lange Geschichte unseres Hauses wieder.

Die Wiedereröffnung erfolgte am 14. Juli 1993.

Unser 125-jähriges Betriebsjubiläum im Jahre 2003 wurde gebührend gefeiert.

Durch die Verleihung des Westfälischen Gütesiegels (DEHOGA), erfuhr unser Haus in 2007 eine besondere Auszeichnung.